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Hintergründe & Fakten


Wie „grün” ist Singapur im Vergleich zu anderen Städten Asiens?
Laut dem Asia Green City Index ist Singapur die grünste Stadt Asiens. Das Forschungsunternehmen Economist Intelligence Unit hat für diesen Index 22 asiatische Metropolen hinsichtlich ihrer Zielsetzung beim Umwelt- und Klimaschutz untersucht.
Singapur schneidet als einzige Stadt im Index insgesamt weit überdurchschnittlich ab und erzielt in allen Einzelkategorien durchweg ausgezeichnete Ergebnisse, was insbesondere einer langfristigen und effizienten Umweltpolitik zu verdanken ist.
Außerdem gibt es viele Grünflächen in dem Stadtstaat: Seit 1986 ist die Bevölkerung um 70 Prozent gewachsen, gleichzeitig nahm aber die Zahl der Grünflächen um 50 Prozent zu.
Einmal im Jahr findet die Konferenz International Energy Week in Singapur statt. Eine Woche lang beschäftigen sich die Teilnehmer mit den Themen Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit. Im Jahr 2008 wurde die Tagung zum ersten Mal veranstaltet unter dem Motto „Die Energieversorgung von Städten in der Zukunft“. Vom 31. Oktober bis zum 4. November 2011 fand die Singapore International Energy Week zum vierten Mal statt, das Thema war „Die Sicherung der Energie in der Zukunft”.


Wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit in Asien?
Laut dem Asia Green City Index wächst das Umweltbewusstsein und die meisten asiatischen Städte haben bereits umfassende Umweltrichtlinien beschlossen. Darüber hinaus liegt der durchschnittliche jährliche Ausstoß an Kohlenstoffdioxid (CO2)pro Kopf in asiatischen Städten bei 4,6 Tonnen und ist damit geringer als in Europa (5,2 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr). Zudem produzierten im Jahr 2010 die Einwohner der 22 untersuchten asiatischen Städte im Schnitt jährlich 375 Kilogramm Müll pro Person und damit weniger als die Städte in Lateinamerika (465 Kilogramm) und Europa (511 Kilogramm).


Welche Perspektiven bietet der asiatische Markt für erneuerbare Energien?
Beim Fraunhofer ISE sieht man Asien als den Markt mit dem stärksten Potenzial im Bereich der erneuerbaren Energien an. Nach Meinung der Experten steht in Asien ein Solarboom bevor. Der Marktanteil der Region an der weltweit installierten Photovoltaikleistung wird von elf Prozent Ende 2010 auf 25 Prozent in 2015 ansteigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des US-Marktforschungsunternehmens Solarbuzz.
Dagegen soll nach Schätzungen von Industrieverbänden der Photovoltaikanteil in Europa im Jahr 2020 bei vier bis zwölf Prozent liegen.
Insbesondere China baut massiv Photovoltaik aus. China ist weltweit führend in der installierten Kapazität und Errichtung von Anlagen für die solarthermische Warmwasserbereitung. Bereits zwölf Prozent aller Haushalte haben eine Anlage. Der Weltmarktanteil Chinas liegt bei rund 65 Prozent und der Markt ist noch längst nicht gesättigt. Für 2020 wird von einer Verwendungsquote von 30 Prozent bei den Haushalten ausgegangen. Schwächen bestehen in der Anbindung zu Einrichtungen der Stromerzeugung. Technik „developed in Germany” kann helfen.
Neben der chinesischen ist im Moment auch die Entwicklung in Indien interessant: Die Regierung will bis 2020 rund 20 Gigawatt Photovoltaik installieren.


Bietet Asien Potenzial für nachhaltige Produkte?
In einer aktuellen Marktstudie von LOHAS Asia und The Natural Marketing Institute wurden rund 18.000 Konsumenten in Australien, China, Hongkong, Indien, Indonesien, Malaysia, den Philippinen, Südkorea und Thailand befragt. Die Untersuchung zeigte deutlich, dass Verbraucher in diesen Ländern gezielt nach nachhaltig produzierten Produkten suchen und viele auch bereit sind, für einen bewussten Konsum bis zu 20 Prozent mehr zu bezahlen. Die Nachfrage nach nachhaltig produzierten Gütern ist also vorhanden – das größte Hindernis ist jedoch schlicht das Nicht- bzw. Zu-Wenig-Vorhandensein der Produkte. Das bietet Marktchancen für deutsche Unternehmen im asiatischen Raum. Singapur hat eine Schlüsselfunktion in diesen Märkten.


Sind alternative Energien ein Thema in Singapur?
Singapur setzt auf mehr Energie-Effizienz und die Erschließung alternativer Energien. So wird die Umweltindustrie als Förderbranche eingestuft, die bis zum Jahr 2015 eine lokale Wertschöpfung von 3,4 Milliarden Singapur-Dollar erzielen und 18.000 Mitarbeiter beschäftigen soll. Es wurde sogar eigens ein Industriepark, der „Cleantech Parc”, gegründet.


Was ist das Green Mark Programm?
Das Green Mark Programm ist ein Zertifizierungssystem, das im Januar 2005 von der Baubehörde Singapur, der Building & Construction Authority, eingeführt wurde. Es soll in der Bauindustrie ein Bewusstsein für umweltfreundliches Bauen schaffen. Das Zertifikat zielt auf Klimafreundlichkeit und CO2-Reduzierung vom Entwurf bis zur Umsetzung eines Gebäudes. Wichtige Kriterien sind Energie- und Wassereffizienz aber auch die Entwicklung und Wahl des Standortes, Umweltschutz, Innovation und Arbeitsklima. Die Immobilie muss alle drei Jahre auf die Einhaltung der Kriterien überprüft werden. Die Nachhaltigkeit eines Gebäudes wird auf Basis eines Punktesystem bewertet, das vier Qualitätsstufen etabliert: 50 bis 75 Punkte bedeutet die einfache Zertifizierung, 75 bis 85 Punkte Green Mark Gold, 85 bis 90 Punkte Green Mark Gold Plus und ab 90 Punkten ist die Auszeichnung Green Mark Platinum erreicht.


Was tut Singapur für mehr sauberes Wasser?
Dank hoher Investitionen in Forschung und neue Technologien hat Singapur eine optimale Wasseraufbereitung entwickelt. In den vergangenen Jahrzehnten hat der Stadtstaat eine ansehnliche und innovative Umweltindustrie aufgebaut und eine nachhaltige Wasserversorgung etabliert.
Singapur ist gut positioniert, um in diesem Industriezweig die Führung bei der Forschung und Entwicklung zu übernehmen. Das Ziel ist, dass im nächsten Jahrzehnt drei Prozent der Technologien und Produkte auf dem globalen Wassermarkt aus Singapur kommen.


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Singapur: Das sagen die Experten

Thomas P. Wagner, Geschäftsführer der Dorma Gruppe Dr. Tim Philippi, Geschäftsführer der deutschen Auslandshandelskammer in Singapur Christian Wiese, Geschäftsführer bei der Zwick GmbH & Co. KG in Singapur Oliver Naucke, Head of Marketing, Uhlmann Pac-Systeme GmbH & Co. KG Dr. Farhad Farassat, geschäftsführender Gesellschafter von F&K Delvotec 

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Heute leben 60 Prozent der Weltbevölkerung in Asien. Der Kontinent wird auch während des 21. Jahrhunderts die bevölkerungsreichste Region der Welt bleiben, so die Schätzung des Weltbevölkerungsberichts 2011.
Quelle: Vereinte Nationen, Weltbevölkerungsbericht 2011

   
 
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